Kritik oder das Schweigen im Walde?

 

Niemand wird gerne kritisiert. Wer sich über allgemein gefasste Beanstandung ärgert, übersieht manchmal, dass er sich offensichtlich „den Schuh anzieht, der ihm passt“. Wer kritisiert, macht sich unbeliebt und muss auch einstecken können. Wer nicht kritisiert, spricht gerne "hinten herum" - außerdem nimmt er dem Kritisierten die Möglichkeit, zu reagieren bzw. sich oder sein Werk zu ändern.

 

Erste Reaktion auf Kritik ist meist Abwehr. Bemängelung von scheinbaren Kleinigkeiten betrachtet man als unnötig. „Kleinvieh macht auch Mist“ – und wer die Folgen nicht bedenkt, wird eines Tages feststellen, dass dieses „Kleinvieh“ riesengroßen Mist gemacht hat. Selten folgt sofortige Einsicht – aber im Hinterkopf bleibt etwas hängen und arbeitet im Unbewussten, und darauf hofft der Kritiker.

 

Natürlich erzeugt Kritik ungute Gefühle – diese könnte man gut nutzen, indem man sich fragt, ob denn nicht doch ein Körnchen Wahrheit darin steckt, und sein Verhalten ändern. Aus jeder schlechten Empfindung lässt sich etwas Positives lernen. Jeder hat solche Erfahrungen und tappt doch immer wieder in die Abwehrfalle. Wie immer gibt es zwei Seiten – man könnte bedenken, dass sich ohne Kritik nie etwas geändert hätte.

 

Selbstverständlich soll sich auch jeder „Aufzeiger“ immer wieder selbst hinterfragen und Argumenten zugänglich sein, und jeder Kritisierte darf annehmen, dass Kritiker meist das Gute wollen.

Wir alle sind fähig zu lernen, Kritik als konstruktives Mittel zur Verbesserung von Um- und Zuständen zu betrachten und nicht zum Grund für Konflikte zu machen.

 

© Barbara6491

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